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	<title>Geschichte &#8211; Wusterhusener Land</title>
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	<description>Betrachtungen zur Gemeinde Wusterhusen</description>
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		<title>Ein Denkmal taucht wieder auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Edgar Offel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 May 2019 13:04:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wusterhusen hat einen &#8222;Denkmalplatz&#8220;. Ohne Denkmal. Die Bronzestatue &#8222;Bewaffneter Arbeiter&#8220; von Hans Kies, die an den Landarbeiterwiderstand gegen den Kapp-Putsch 1920 erinnert und auch in Berlin steht, ist verschwunden. Sie stand in Wusterhusen als Denkmal für Bruno Jackley, der bei Kämpfen im März 1920 um das Wasserwerk Diedrichshagen von der Soldateska des Kapp-Putsches ermordet worden ... <a title="Ein Denkmal taucht wieder auf" class="read-more" href="https://wuhu.offelnet.de/archive/148" aria-label="Mehr Informationen über Ein Denkmal taucht wieder auf">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="148" class="elementor elementor-148">
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									<p><span style="font-family: 'times new roman', times, serif; font-size: 14pt;"><br /><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Denkmal-Wuhu-e1696872238153.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-158 size-medium" src="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Denkmal-Wuhu-e1696872238153-166x300.jpg" alt="Jackley-Denkmal in Wuhu" width="166" height="300" srcset="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Denkmal-Wuhu-e1696872238153-166x300.jpg 166w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Denkmal-Wuhu-e1696872238153.jpg 268w" sizes="(max-width: 166px) 100vw, 166px" /></a>Wusterhusen hat einen &#8222;Denkmalplatz&#8220;. Ohne Denkmal. Die Bronzestatue &#8222;Bewaffneter Arbeiter&#8220; von Hans Kies, die an den Landarbeiterwiderstand gegen den Kapp-Putsch 1920 erinnert und <a href="https://bildhauerei-in-berlin.de/bildwerk/das-vermaechtnis-des-kaempfers/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auch in Berlin</a> steht, ist verschwunden. </span></span><br /><span style="font-family: 'times new roman', times, serif; font-size: 12pt;">Sie stand in Wusterhusen als Denkmal für Bruno Jackley, der bei Kämpfen im März 1920 um das Wasserwerk Diedrichshagen von der Soldateska des Kapp-Putsches ermordet worden sein soll. </span><br /><span style="font-family: 'times new roman', times, serif; font-size: 12pt;">Wie es aussieht, ist sie Anfang der 90-er an einen Greifswalder &#8222;Kunsthändler&#8220; verkauft worden. </span></p></div></div></div></div></div><p class="read-more-container"><a title="Ein Denkmal taucht wieder auf" class="read-more content-read-more" href="https://wuhu.offelnet.de/archive/148#more-148" aria-label="Mehr Informationen über Ein Denkmal taucht wieder auf">Weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sage vom Teufelstein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Edgar Offel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 May 2019 14:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Wenn man von Lubmin kommend zum Wusterhusener Kirchturm blickt, sieht man einen Knick im Turmhelm, der auch bei der Sanierung im Jahre 1996 gelassen wurde. Denn damit verknüpft sich eine hübsche Sage, die es in verschiedenen Fassungen gibt. Die Version, wie ich sie gerne erzähle: Als die Wusterhusener Kirche ihren weithin sichtbaren Turm erhielt ... <a title="Sage vom Teufelstein" class="read-more" href="https://wuhu.offelnet.de/archive/233" aria-label="Mehr Informationen über Sage vom Teufelstein">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff;"><a href="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-1275" src="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" srcset="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-300x217.jpg 300w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-1024x740.jpg 1024w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-768x555.jpg 768w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-1536x1110.jpg 1536w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Kirchturm3-2048x1480.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><span style="color: #000000;">Wenn man von Lubmin kommend zum Wusterhusener Kirchturm blickt, sieht man einen Knick im Turmhelm, der auch bei der Sanierung im Jahre 1996 gelassen wurde.</span></span><br />
Denn damit verknüpft sich eine hübsche Sage, die es in verschiedenen Fassungen gibt.</p>
<p><span id="more-233"></span>Die Version, wie ich sie gerne erzähle:<a href="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-270" src="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739-220x300.jpg" alt="" width="220" height="300" srcset="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739-220x300.jpg 220w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739-751x1024.jpg 751w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739-768x1047.jpg 768w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/06/cropped-Teufelsstein4-e1560348216739.jpg 954w" sizes="(max-width: 220px) 100vw, 220px" /></a><br />
<em style="font-size: inherit; color: #0000ff;">Als die Wusterhusener Kirche ihren weithin sichtbaren Tu</em><span style="color: #0000ff;"><em>rm erhielt und somit die Herrschaft des Christentums über das Wusterhusener Land verkündete, sah dies auch der auf Rügen weilende Teufel. Er ärgerte sich so sehr darüber, dass er mit seinem Ziegenfuß einen Stein in Richtung Wusterhusen stieß. Vom Tritt angeknackst zerbarst der Stein jedoch auf seinem Flug. Die eine Hälfte, auf dem noch der Ziegenfußabdruck zu sehen ist, fiel vor Lubmin ab. Das kleinere Teil prallte zwar gegen den Turm, konnte ihm aber nur noch einen Knick verpassen. Danach fiel er Richtung Konerow auf den Acker. Der Stein vor Lubmin wurde Teufelsstein, der bei Konerow Riesenstein (oder Hünenstein) genannt.<br />
</em></span>Ich zeige Besuchern gern die Mulde auf dem Teufelsstein, wo der leibhaftige Teufel gegen den Stein getreten hatte.</p>
<p>Den Riesenstein habe ich nie gesehen. Er soll in den 1920-er Jahren für den Straßenbau gesprengt worden sein. Ich kann mich aber auch erinnern, dass mein Vater sagte, dass er in den 1950-er Jahren für die Straße nach Gustebin genutzt wurde. Kann aber auch eine Sage sein, mit der die Gustebiner an der Sage partizipieren wollten.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Die Geschichte gibt es wie gesagt in mehreren Versionen. In einer anderen hat der Teufel den Stein<strong> geworfen</strong>. In einer weiteren war es nicht der Teufel, sondern ein <strong>Riese</strong>, in einer Abwandlung mästete der Teufel dafür <strong>drei Riesen</strong>, die den Kirchturm bewerfen sollten. Aber immer von Rügen aus. Und die meist erzählte Version will sogar glauben machen, dass der Stein <strong>erst am Turm zersplitterte</strong> und bis an den Lubmin Strand zurückprallte</span>.</p>
<p>Hintergrund aller Versionen ist natürlich der Stolz der Kirchgänger im Wusterhusener Land auf ihre Kirche, die nicht nur eine weithin sichtbare Landmarke ist, sondern auch noch so stabil gebaut ist, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes dem Angriff des Teufels widerstand.</p>
<p>Schon als Kind versuchte ich, den historischen Hintergrund dieser schönen Geschichte zu finden, wieso die Leute so einen Zusammenhang herstellten. Damals begann die Sage für mich noch „als die Wusterhusener Kirche gebaut wurde,…“ Die Kirche wurde 1271 vom Camminer Bischof Hermann geweiht. Wie stellte sich die Lage für die damaligen Bewohner dar?<br />
Das Wusterhusener Land war zwischen dem Fürsten von Rügen und dem Herzog von Pommern umstritten. 1195 war das Land vom dänischen König dem Rügener Fürsten zugeschlagen worden. Der Pommernherzog  versuchte, mit Hilfe des Camminer Bischofs sich wieder die Herrschaft zu sichern. Dieser wiederum wollte im Streit mit den Bistümern Roskilde (Rügen und Kloster Eldena) und Schwerin (Land Gristow) seine Einflusssphäre (und damit die Zehntenpfründe) um das Wusterhusener Land erweitern. Er förderte deshalb auch die Ansiedlung deutscher Einwanderer (= Steuerzahler). Auf Rügen wohnte für die deutschen Neuankömmlinge im Herrschaftsbereich des Camminer Bischofs also das Böse. Außerdem war Rügen das Land gegenüber, wo die beeindruckenden Riesensteingräber stehen. Solche riesigen Steine konnten nur Teufels Werk gewesen sein. <a href="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/animierte-smilies-teufel-003.gif"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1274 " src="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/animierte-smilies-teufel-003.gif" alt="" width="19" height="19" /></a></p>
<p>Allerdings haut der Ausgangspunkt der Geschichte „als die Wusterhusener Kirche gebaut wurde,…“ nicht hin. Denn die Kirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut, der Westturm aber erst Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Holzschindeldach mit dem Knick wahrscheinlich sogar viel später.</p>
<p>Nicht destotrotz. Der auf einer Anhöhe stehende Kirchturm ist noch heute eine prägende Landmarke, deren Anblick auch bei mir überzeugten Atheisten Heimatstolz hervorruft. Auch wenn der Turm heute mit den Windmühlen als Erkennungszeichen konkurrieren muss. Die Kirchgemeinde ist sehr aktiv im Bestreben, das Kulturdenkmal zu erhalten.</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_Wusterhusen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia zur Kirche</a><br />
<a href="http://www.kirche-mv.de/Johanneskirche-Wusterhusen.6775.0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorstellung durch Kirchenkreis</a><br />
<a href="https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2014/4/der-wackelkandidat.php#.XQEIS9KP4RY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturdenkmal</a><br />
</span></p>
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		<title>Was bedeutet die Ortsbezeichnung Wusterhusen? Eine kritische Betrachtung</title>
		<link>https://wuhu.offelnet.de/archive/86</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Edgar Offel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 May 2019 12:58:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Landschaft zwischen der Dänischen Wiek und dem Peenestrom wird in den Dokumenten des Mittelalters terra vostrozne genannt. Gewöhnlich wird das als &#8222;mit Palisaden umzäuntes Land&#8220; übersetzt. Das ist in meinen Augen Humbug. Meines Erachtens heißt Wusterhusen &#8222;von Wasser umflossenes Land&#8220;. Die Quelle der ersteren Deutung ist das 1968 erschienene Buch &#8222;Greifswald und seine Umgebung&#8220;, ... <a title="Was bedeutet die Ortsbezeichnung Wusterhusen? Eine kritische Betrachtung" class="read-more" href="https://wuhu.offelnet.de/archive/86" aria-label="Mehr Informationen über Was bedeutet die Ortsbezeichnung Wusterhusen? Eine kritische Betrachtung">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_89" aria-describedby="caption-attachment-89" style="width: 371px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-89" src="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2-300x206.jpg" alt="" width="381" height="262" srcset="https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2-300x206.jpg 300w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2-1024x703.jpg 1024w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2-768x527.jpg 768w, https://wuhu.offelnet.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/05/Land_Wusterhusen2.jpg 1232w" sizes="(max-width: 381px) 100vw, 381px" /></a><figcaption id="caption-attachment-89" class="wp-caption-text">terra vostrozne als Insel</figcaption></figure>
<p>Die Landschaft zwischen der Dänischen Wiek und dem Peenestrom wird in den Dokumenten des Mittelalters terra vostrozne genannt.<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wusterhusen#Wusterhusen"> Gewöhnlich</a> wird das als &#8222;mit Palisaden umzäuntes Land&#8220; übersetzt.<br />
<b style="font-size: inherit;">Das ist in meinen Augen Humbug. </b>Meines Erachtens heißt Wusterhusen &#8222;von Wasser umflossenes Land&#8220;.<b><br />
</b><span id="more-86"></span></p>
<p>Die Quelle der ersteren Deutung ist das 1968 erschienene Buch &#8222;Greifswald und seine Umgebung&#8220;, herausgegeben von Bruno Benthin, der damals die Abteilung der Ökonomischen Geografie des Geografischen Instituts der Uni Greifswald leitete. Das Buch wurde die Quelle der Heimatgeschichtsschreibung der Region um Greifswald schlechthin.</p>
<p>Für die Deutung der slawischen Ortsnamen war im Mitarbeiterteam des Buches ein Teodolius Witkowski von der Deutschen Akademie der Wissenschaften Berlin zuständig. Er war offenbar Spezialist für die polabische Sprache. Als Polabisch bezeichnet man die Sprachen der westslawischen Stämme, die seit dem 7. Jahrhundert Gebiete des heutigen Nordostdeutschlands und Nordwestpolens besiedelten. Es waren Sprachen, die ausschließlich nur gesprochen wurden, keine Schriftsprachen.<br />
Als Anfang des 13. Jahrhunderts auch die pommerschen Herzöge begannen, Siedler aus Deutschland (insbesondere aus Sachsen &#8211; dem heutigen Niedersachsen) in das eroberte Gebiet zwischen Oder und Trebel zu holen, versuchten diese, ihre neuen Besitzungen im wahrsten Sinne des Wortes festzuschreiben. Zumal der Höhenzug am Greifswalder Bodden von der Dänischen Wiek bis zum Peenestrom im 12./13. Jahrhundert zwischen dem rügenschen Fürsten (als dänischer Lehnsherr) und den pommerschen Herzögen (als deutsche Reichsfürsten) sehr umstritten war. Der deutsche Adel und die christlichen Klöster ließen Urkunden als rechtlichen Besitznachweis ausstellen. Dabei wurde die polabische Aussprache der Flurnamen mit deutschen Schriftzeichen widergegeben. Mitunter wurden die Namen zusätzlich in ähnlich klingende deutsche Begriffe umgewandelt, eingedeutscht.</p>
<p>In diesen Dokumenten wurde das Wusterhusener Hochland mit <b>&#8222;terra vostrozne&#8220;</b> oder ähnlich bezeichnet. Für das Verständnis der Namensdeutung ist es dabei von großer Bedeutung, dass man beachtet, dass das Schriftzeichen &#8222;V&#8220; als stimmhaftes &#8222;W&#8220; und das &#8222;Z&#8220; als stimmhaftes &#8222;S&#8220; gesprochen wird, also in heutigen deutschen Schriftzeichen &#8222;Wostrosne&#8220;.<br />
Witkowski sah bei &#8222;vostrozne&#8220; eine Analogie zum altpolnischen &#8222;vostrog&#8220;, womit ein mit Palisaden befestigter Platz bezeichnet worden sein soll. Er glaubte wohl, dass damit eine Burg bezeichnet wurde, die der umgebenden Flur insgesamt den Namen gab. Das geschah bei den Slawen tatsächlich sehr oft. * Auch der Greifswalder Slawist Manfred Niemeyer hat diese Deutung ungeprüft in seine 2001 herausgegebene Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen Ostvorpommens übernommen.</p>
<p>Aber &#8222;von Palisaden umzäuntes Land&#8220; ist einfach hanebüchen. Man stelle sich das nur mal bildlich vor.<br />
Es ist viel wahrscheinlicher, dass &#8222;vostr-&#8220; als &#8222;wasserumflossen&#8220; zu übersetzen ist. Im Slawischen steht noch heute Woda für Wasser. Im Falle von Wustrow und Wusterhausen, das im Brandenburgischen mehrfach vorkommt, wird dies stets mit &#8222;Werder&#8220;, &#8222;Insel&#8220; übersetzt. Warum soll das bei vostrozne nicht auch so sein? Meiner Meinung nach heißt vostrozne <b>&#8222;von Wasser umflossenes Land&#8220;</b>. Übrigens kamen auch Theodor Fontane und der Guru der preußischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts, Heinrich Berghaus, betreffs Königs Wusterhausen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigs_Wusterhausen#Namensentstehung" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zur gleichen Schlussfolgerung</a>.</p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">Das Land Wusterhusen rundherum von Wasser umgeben?</span></strong><br />
Ja. Im Norden vom Greifswalder (früher Rügenscher) Bodden, im Westen von der Dänischen Wiek und im Osten vom Peenestrom. Und im Süden? Von der Ziese. Heute nur ein verlandeter Bach, dessen heutiger meliorierter Lauf dazu noch das Wasser aus einem Kanal vom Hanshäger Bach (eigentlich Steinbach = slawisch Kamenez = Kemnitz) bezieht. Aber früher soll die Ziese ein schiffbarer Fluss gewesen sein. So soll 1184 die im Bodden von den Dänen geschlagene Flotte des Pommernherzogs über die Ziese nach Wolgast geflüchtet sein.</p>
<p>Unterstützung erhält die Fluss-These durch Klaus Goldmann und Günter Wermusch, die 1999 die Fachwelt damit überraschten, dass sie das sagenhafte Vineta nach Barth verlegten. Das gelang nur, indem das Flusstal von Peene/Trebel/Recknitz zum Oderarm wurde. <strong>Ebenso die Ziese.</strong><br />
In meinen Augen ist das sehr glaubhaft. Man hebe auf der Landkarte den Wasserstand um zwei Meter. Voila: Die Insel. In der Urkunde von 1248, die das Gründungsjahr für ein Dutzend Ortschaften im Land Wusterhusen markiert, ist die Ziese beispielsweise auch als Grenzfluss zwischen dem herzoglichen Stylogh (Stilow) und dem klösterlichen Kemnitz bezeichnet. Das sagt zwar nichts über dessen Schiffbarkeit aus. Ich bin jedoch davon überzeugt: Das &#8222;Land Wusterhusen&#8220; war eine Insel. **</p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">Und wie wurde aus Vostrozne &#8222;Wusterhusen&#8220;?</span><br />
</strong>Meiner Meinung nach entstand der heutige Name in den Schreibstuben.<br />
Vostrozne wurde zunächst entsprechend seiner Aussprache zu Wostrose(n). Das Kloster Eldena dehnte seine Besitzungen mit Unterstützung des Fürsten von Rügen in die &#8222;terra wostrose&#8220; aus. Das vom Rügenschen Fürsten gestiftete Kloster unterstand jedoch dem Bistum Roskilde, war also dänisch. Die Dänen sprechen das Schriftzeichen &#8222;o&#8220; bekanntlich als &#8222;u&#8220; aus, lasen also &#8222;Wustrusen&#8220;.<br />
Nachdem die Klosterbesitzungen im Zuge der Reformation vom Wolgaster Pommernherzog einkassiert worden war, war es nur eine Frage der Zeit, dass die deutschen Amtsstuben aus dieser Lautung wiederum in ihren Schriften Wusterhusen machten. Statt Wusterhausen wie im Brandenburgischen, blieb hier die niederdeutsche Version -husen.<br />
Klingt doch plausibel, oder? Jedenfalls viel schlüssiger als der Unsinn eines &#8222;von Palisaden umzäunten&#8220; Landes.</p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p>* Neuere Forschungen gehen inzwischen davon aus, dass die Fliehburg oder der Ausgangspunkt der slawischen Besiedlung dieses Landstriches südlich vom heutigen Rubenow stand. In der Nähe der Ziese, die damals ein schiffbarer Fluss gewesen sein könnte, über den die slawischen Sippen einwanderten.</p>
<p>** Bevölkert wurde es wahrscheinlich durch die auf Rügen sesshaften Ranen, die von der Insel aus auch das vorgelagerte Festland besiedelten. So soll damals zwischen dem Mönchgut und Usedom eine Landverbindung bestanden haben, die nur einen schmalen Durchgang zwischen Bodden und Ostsee ließ: das Alte Tief südlich vom heutigen Ruden. Diese Landzunge verschwand erst bei der Sturmflut zu Allerheilgen 1304. Sie hinterließ die heutige Untiefe zwischen Rügen und Ruden.<br />
Zu den Besitzungen des Burgvogtes/Grafen von Gützkow an der Peene, die vom Stamm der Zirzipanen besiedelt waren, bildete ein dichter Buchenwald, der zum Teil noch heute besteht, eine natürliche Grenze. Dieser Wald wurde erst durch deutsche Besiedlungen (-hagen) durchlässig.</p>
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